Die obigen Grafiken sind dem aktuellen Kalender 2019 entnommen. Zum Vergrößern auf das entsprechende Bild klicken!



Heinrich Maas in seiner Ausstellung in Herne     -Foto: Thomas Schmidt-

Willkommen auf meiner Homepage mit einigen Eindrücken
von meiner Kunst.

Jährlich im Herbst erscheint ein Kalender mit 13 Abbildungen (vgl. obige Aus-
wahl). Auflage derzeit 60 Exemplare, Format 42 x 30 cm, Preis 29,80 Euro.

Originalradierungen (oft als Mischtechnik - Unikat) im Format 39 x 28 cm
(115 Euro) bis hin zur Größe 78 x 56 cm (je Blatt 295 Euro, ohne Rahmen).
 

Publikationen:

- Franjo Terhart, Heinrich Maas, SUPERLOGION, Magenta Verlag, Krefeld,
    ISBN 978-3-944299-07-5, 12,90 Euro im Buchhandel
    Originale aus diesem Buch, weiß gerahmt 41 x 31 cm je 150 Euro

- Mittelpunkt Mensch, Heinrich Maas - Künstler und Therapeut,
    Privatdruck 2012, 10,00 Euro (direkt beim Künstler)

- lebensnah liebevoll lebendig, Heinrich Maas,
    Texte und Bilder eines Niederrheiners,
    Magenta Verlag, Kempen/Tönisberg, ISBN 978-3-944299-14-3,
    12,90 Euro im Buchhandel

- Franjo Terhart, Heinrich Maas, Vor dem Urknall war Ich -
    Eine philosophische Erzählung mit Bildern von Heinrich Maas,
    Magenta Verlag, ISBN 978-3-944299-18-1, 15,00 Euro

Veranstaltungen 2018:
20.04.2018 VHS Recklinghausen, Am Willi-Brandt-Park, 19.00 Uhr, Lesung: Heinrich Maas, Wolfgang Liß-Granderath, Moderation: Jürgen Pohl,
Saxophon improvisiert (Gelsenkirchen-Buer), es werden zehn Bilder aus dem Buch von Heinrich Maas "lebensnah liebevoll lebendig,
Texte und Bilder eines Niederrheiners" gezeigt.
14.09.2018 -
04.11.2018
Ausstellung: städtische Galerie Herne, Eröffnung 14. September 2018, 19.00 Uhr, Finisage 4. November 2018, 15.00 Uhr.

Öffnungszeiten der städtischen Galerie Herne:
Dienstag - Freitag: 10.00 bis 13.00 Uhr und 14.00 bis 17.00 Uhr,
Samstag: 14.00 bis 17.00 Uhr, Sonntag: 11.00 bis 17.00 Uhr, montags geschlossen

 

 

Zwischen Erde und Himmel
Strukturen in Druckgrafik und Skulptur von Heinrich Maas

Westliche Orangerie des Terrassengartens am Kloster Kamp, Kamp-Lintfort

Auszüge aus der Eröffnungsrede von Dr. Christine Vogt, Direktorin Ludwig Galerie Schloss Oberhausen am 30. August 2009

Zwischen Erde und Himmel hat Heinrich Maas diese Ausstellung genannt und im Untertitel die Strukturen angesprochen. Sie sehen also schon gleich Eckpfeiler für das, was Ihnen der Künstler vielleicht auch selber, also außer den Werken an sich, mit an die Hand geben möchte, schon alleine mit einer Titellage und mit dem, was ihm im Inneren vielleicht oder an den Werken wichtig ist, nämlich die Struktur. Und ich habe gerade schon gesagt, das Betrachten ist für uns hier das Wichtige und das ist genau das, wo wir uns hier einzusehen haben bei diesen Arbeiten.

Sie haben es einerseits mit dreidimensionalen Objekten, Skulpturen, wir würden in der Fachsprache auch teilweise von Assemblagen sprechen, wo nämlich Materialien zusammengefügt werden zu einem Werk, also wo verschiedene Materialien zusammen kommen und wir haben es mit Druckgrafik zu tun, wo ebenfalls verschiedene Materialien zusammen kommen und wo im zweidimensionalen, nämlich in den Arbeiten auf Papier, eben diese Struktur, die Heinrich Maas ganz offensichtlich, wie der Titel uns schon sagt, ganz wichtig ist, mit eingebracht wird. Ich denke auch, dass diese strukturellen Dinge, die Oberflächen, dass das etwas ist, was ganz maßgeblich in den Arbeiten drinsteckt und was uns ganz dezidiert anregen soll, in den Betrachtungsprozess einzusteigen.

Sie sehen das große Interesse daran, mit den Steinen umzugehen und unterschiedliche Steine, die auch eine unterschiedliche Farbigkeit und natürlich auch eine unterschiedliche Oberflächenstruktur haben, damit zu arbeiten. Sie sehen den sehr schönen Anröchter Sandstein, der auch in der Baukunst eine große Rolle spielt. Sie sehen Marmor dort drüben, Sie sehen Basalt, Sie sehen Oberflächen, die grob belassen sind, Sie sehen polierte Oberflächen. Ganz hinten gibt es auch eine Arbeit, wo ein vorsichtiges berühren durch das Polieren eben mit angeregt wird. Der Künstler möchte, dass wir sozusagen auch mit an die Werke herantreten und damit tatsächlich, im wahrsten Sinne des Wortes, in Berührung kommen. Das ist es, was ihn interessiert, nämlich zu schauen, wie ist eigentlich diese Oberfläche, wie kann damit umgegangen werden, welche Strukturen kommen da heraus.

Heinrich Maas hat einen Bezug zu den Dingen, der etwas mit seinem regionalen Bezug, mit seiner Geburt am Niederrhein, vielleicht auch damit, dass er auf einem Bauernhof geboren wurde, zu tun hat. Wenn eben an der Gänseweide der Pfeiler, wo das Törchen drin sitzt irgendwann morsch ist, dann hat er einen doch lange im Leben begleitet und muss aber trotzdem ausgewechselt werden. Er geht also mit sehr viel Vorsicht an diese Dinge heran, nimmt dieses Fundstück, das natürlich einen eigenen ästhetischen Wert hat, aber wie gesagt erstmal nichts anderes ist als ein verrotteter Pfeiler von einem Zaun, und setzt es in andere Materialien, die er uns erstmal nicht direkt zu erkennen gibt. Er fordert von uns als Betrachter, dass wir tatsächlich genau hinschauen und genau überlegen und uns einfinden in das was da ist.

Sie sehen, dass immer wieder die Stele, das Aufrechte, eine Rolle spielt und die niederrheinische Landschaft, das ist ihnen natürlich bekannt, ist ja eine flache Landschaft. Das was wir sehen, was uns von kleinst auf immer umgibt, ist dieses Spiel von Horizontaler - nämlich wirklich von dem Horizont den wir da sehen, also von der Waagerechten - und Vertikaler. Dass wir selber als Menschen eben so wie die Stele in dieser Natur stehen, das scheint wirklich ein prägendes Gefühl zu sein und führt immer wieder zu diesen Formen, in denen das drin steckt.

Das andere, wo es eben auch um Struktur geht, ist die Druckgrafik. Sie lesen unter den Blättern, die Sie hier ja doch in einer recht großen Auswahl vorfinden und wo man sich wirklich einen, wie ich finde, ganz guten Überblick verschaffen kann, immer wieder Unikate. Es sind Tiefdrucke, was bedeutet, dass von einer Platte oder von einer Materialität in das Papier mit einer Druckpresse hinein gearbeitet wird und die Farbe auf dem Papier haften bleibt. Es sind häufig Ätzungen dabei. Sie sehen viele Strukturen wie zum Beispiel die Arbeit, die Sie schon von der Einladungskarte her kennen, wo mit gestischen Momenten herein geätzt wurde, häufig mit sehr tiefen Strukturen, wo auch Verletzung mit assoziiert werden kann und Sie sehen andere Strukturen.

Hier wird wieder ganz deutlich, dass Heinrich Maas jemand ist, der mit seiner Umwelt und dem, was er in seinem Alltag vorfindet, sehr wach umgeht und eben auch im alltäglichen Leben Materialien vorfindet, die er in diese Unikate, in diese Monotypien würden wir das bezeichnen, mit hinein druckt. So gesehen müßte man das eigentlich als Materialdruck bezeichnen, aber eigentlich sind es auch Assemblagen wie die Skulpturen zum größten Teil auch, wo eben Materialität mit hinein kommt, die vielleicht gar nicht so typisch für die Druckgrafik ist, sondern wo das Experimentelle eine ganz große Rolle spielt. Wo einfach Dinge mit aufgenommen werden, die aus dem Alltag und auch aus unserer Industriegesellschaft stammen.

Das Andere, das bei der Druckgrafik auch ganz offensichtlich und schnell erkennbar eine große Rolle spielt - bei den Skulpturen übrigens auch, da ist es vielleicht etwas versteckter - ist die Farbigkeit. Sie sehen, dass gewisse Farbklänge auch immer wieder vorkommen. Es gibt Bereiche, wo immer wieder stärker mit dem einen oder mit dem anderen Farbton gearbeitet wird. Wie reagiert Farbe aufeinander, wie können diese Farbklänge, es sind ja selten Farbdissonanzen, sondern es ist eher immer ein Miteinander, das Heinrich Maas in diese Monotypien mit hinein druckt, wie kann das Miteinander gehen und wie kann das zum Bild und zur Erscheinungsform werden?

Als letzten Punkt möchte ich noch ansprechen, dass es bei den Grafiken viele Arbeiten gibt, die keine Titel im eigentlichen Sinne tragen, sondern die mit Zitaten arbeiten. Das ist ein Miteinander von Schrift und Zitat und eben von Bild. Wobei interessanterweise erst das Bild da ist und dann die Schrift oder eben der Bezug, was dem Künstler selber dann als stimmig scheint, mit hinzu kommt. Und ich denke auch, dass sich noch einmal eine Ebene öffnet, die uns sehr anregen kann, mit diesen Dingen umzugehen.

Oscar Wilde, der wirklich viele wahre Sachen gesagt hat, hat unter anderem geäußert: ĄDie Kunst zu offenbaren und den Künstler zu verbergen ist die Idee des Kunstwerks." Das schien mir hier so, dass auch die Arbeiten dominant sind und Heinrich Maas ein Künstler ist, der sich ein stückweit zurück nimmt. Obwohl ich versucht habe, ihn Ihnen ein bisschen näher zu bringen, da seine eigene Lebensgeschichte mit einfließt. Aber ich weiß nicht wie man sich stärker zurücknehmen kann als die Natur als Künstlerin - natürlich auch ein großes Zitat - aber ich weiß nicht wie man sich mehr zurücknehmen kann als in so einem Weidenpfahl und ich denke, es macht schon sehr viel Spaß und ist auch sehr anregend, mit dem was da so drinsteckt, diese Kunstwerke zu betrachten. Dabei wünsche ich Ihnen viel Freude.